Sturmreiterinnen, Nebeltänzerinnen


Nach einem schweren Regen steigen die Nebel auf. Wie so oft im Berg. Streichen den Felsen entlang, verflüchtigen sich, tanzen lautlos im Wind. Turbulenzen. 

Es gab eine Zeit, da hatten sie Namen, und Gesichter. Ich denke zurück an alte Sagen, von nackten Frauen, die im Gewölk durch die Berge zogen. Nebelweiber, Wetterhexen. Einst, in heidnischer Zeit, hiessen sie Walachûriun. Schicksalsfrauen, die die Toten kürten. In weissen Schwanengewändern flogen sie über den Schwarzwald, liessen sich an klaren Seen nieder, um nackt und in Menschengestalt zu baden. Hagel und Blitze sendend zogen sie mit nordischen Kriegern in die Schlacht, in einsamen Augenblicken zeigten sie sich ihnen – um ihnen ihr Schicksal zu verkünden. 

Sturmreiterinnen, Nebeltänzerinnen. Turbulenzen des Werdenden. 



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